{"id":90,"date":"2024-04-15T22:40:52","date_gmt":"2024-04-15T20:40:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fsphysik.uni-tuebingen.de\/?p=90"},"modified":"2024-04-15T22:40:52","modified_gmt":"2024-04-15T20:40:52","slug":"ein-tag-an-der-uni-tubingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fsphysik.uni-tuebingen.de\/?p=90","title":{"rendered":"Ein Tag an der Uni T\u00fcbingen"},"content":{"rendered":"<p>Es ist f\u00fcr euch bestimmt schwierig sich vorzustellen, wie ein Tag an der Uni als Physikstudent ablaufen k\u00f6nnte. Damit ihr einen kleinen Eindruck bekommt, schildere ich euch nun den Mittwoch, 30.04.<strong>08<\/strong> des L. Conti, Physikstudent im 4. Semester und Autor dieses Artikels.<\/p>\n<p><em>8.20 Uhr:<\/em> Nach l\u00e4ngerer Fahrt mit dem Auto komme ich endlich am S\u00fcdparkplatz der Morgenstelle an. Wie jeden Tag finden sich mehr als gen\u00fcgend freie Parkpl\u00e4tze, wodurch sich die Parkplatzwahl fast schon wieder als schwierig erweist.<\/p>\n<p><em>8.25 Uhr:<\/em> Auf dem Weg zum H\u00f6rsaal begegne ich 2 Kommilitonen. Nachdem wir uns einen guten Morgen gew\u00fcnscht haben, ist vor allem der morgige Abend und das in wenigen Minuten abzugebende Thermodynamikblatt das Gespr\u00e4chsthema.<\/p>\n<p><em>8.27 Uhr: <\/em>Mittlerweile stehe ich im H\u00f6rsaal (N3). Dieser (und die meisten) H\u00f6rsaal (-s\u00e4\u00e4le) unterscheidet sich von einem Klassenzimmer wie ihr es wahrscheinlich gewohnt seid dadurch, dass er trib\u00fcnenf\u00f6rmig ist und Platz f\u00fcr \u00fcber 100 Studenten bietet. An diesem Morgen haben sich sehr grob gesch\u00e4tzt 75 Studenten eingefunden, um die Vorlesung zu verfolgen und ihre L\u00f6sungsbl\u00e4tter abzugeben.<br \/>\n\u00c0 propos L\u00f6sungsbl\u00e4tter: Gerade rechtzeitig gebe ich meine L\u00f6sungen zum aktuellen Thermo-Blatt ab und suche mir einen Platz. Das f\u00e4llt nicht sonderlich schwer, da man im Laufe von 4 Semestern viele Leute kennen lernt neben die man sich gerne setzt.<\/p>\n<p><em>8.30 Uhr: <\/em>Entsetzt betrachte ich das neue Thermo-Blatt. Verwundert frage ich mich, ob ich so etwas jemals l\u00f6sen k\u00f6nnen werde. Dann f\u00e4llt mir aber ein, dass es mir beim letzten Blatt noch viel schlimmer erging und es wohl doch nur wieder etwas Zeit braucht bis Licht ins Dunkel kommt. P\u00fcnktlich um 8.30 Uhr beginnt Prof. Liu die Vorlesung. Die n\u00e4chsten 90 Minuten sitze ich fasziniert auf meinem Platz und h\u00f6re dem Professor zu. Das f\u00e4llt nicht einfach, da der Stoff ziemlich schwierig ist. Um eine Nachbearbeitung der Vorlesung werde ich also nicht herum kommen. Das vorl\u00e4ufige Ziel ist es, zum Beispiel berechnen zu k\u00f6nnen um wie viel h\u00f6her die Fl\u00fcssigkeit am Rand eines Topfes im Vergleich zu seiner Mitte ist, wenn man in ihm mit einem beliebigen Gegenstand kreisf\u00f6rmig r\u00fchrt.<\/p>\n<p><em>10.01 Uhr: <\/em>Professor Liu schlie\u00dft die Vorlesung. Ich klopfe daraufhin, nicht weniger ersch\u00f6pft als die anderen Studenten anerkennend auf den Tisch (dies ist die \u00fcbliche Form von Applaus in der Uni) und verlasse daraufhin den H\u00f6rsaal.<br \/>\nVor dem H\u00f6rsaal erwarten mich schon meine besten Unifreunde und fr\u00f6hlich plaudern wir wieder \u00fcber alles, was uns gerade in den Sinn kommt. Etwas besorgt erfahre ich, dass P. seine L\u00f6sungen daheim vergessen hat. Zum Gl\u00fcck sind die Tutoren (diese leiten so genannte \u00dcbungsgruppen, in denen die L\u00f6sungen der Aufgaben besprochen werden) alle nett und verst\u00e4ndnisvoll. (Ende der Geschichte: P. durfte seine L\u00f6sungen dem Tutor einfach per E-Mail schicken)<\/p>\n<p><em>10.15 Uhr: <\/em>Mittlerweile sitze ich im H\u00f6rsaal N7, dem gr\u00f6\u00dften H\u00f6rsaal auf der Morgenstelle, in dem hunderte Menschen Platz finden k\u00f6nnen. In den n\u00e4chsten 2 Stunden wird Prof. Fort\u00e1gh die Grundlagen daf\u00fcr liefern, damit wir uns im Detail erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, wieso das Periodensystem der Elemente so aufgebaut ist, wie wir es alle kennen.<\/p>\n<p><em>12.00 Uhr: <\/em>So viel Vorlesung hat nat\u00fcrlich Hunger gemacht. Mit ein paar Mitphysikern bzw. Freunden laufe ich zur Mensa.<\/p>\n<p><em>12.05 Uhr: <\/em>Mittlerweile bin ich in der Mensa angekommen. Auf einer gro\u00dfen Tafel finden sich die Gerichte, die an diesem Tag angeboten werden. In den meisten F\u00e4llen findet sich dabei f\u00fcr jeden Geschmack etwas. Ich entscheide mich f\u00fcr die Maultaschen mit Tomatenso\u00dfe. Wie erwartet waren sie etwas besser als \u201cganz genie\u00dfbar\u201d und&nbsp;f\u00fcr etwa&nbsp;2,70? erschwinglich.<\/p>\n<p><em>12.15 Uhr: <\/em>Wie fast jeden Tag haben sich wieder die meisten Physiker in einem festen Bereich der Mensa versammelt. So muss man nie alleine essen, sondern hat immer ein paar \u00e4hnlich Gesinnte, mit denen man sich dann \u00fcber Gott und die Welt unterhalten kann. An diesem Tag habe ich Pech. Mehrere Physiker regen sich auf, dass Mediziner so geschmacklos waren und sich hinter ihnen laut \u00fcber Autopsie unterhalten mussten, wodurch sie \u2013 und nun auch ich \u2013 das moderat gute Mensaessen geradezu herunterw\u00fcrgen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><em>12.30 Uhr: <\/em>Ges\u00e4ttigt und froh \u00fcber den Themawechsel zu \u201cdieses Wetter sollte man nutzen um kommendes Wochenende mindestens ein mal grillen zu gehen!\u201d, sitze ich entspannt noch ein wenig herum bevor die Pflicht wieder ruft und ich in den Studentischen Arbeitsraum schlendere.<\/p>\n<p><em>12.40 Uhr: <\/em>Dieses Tetris auf den \u00f6ffentlichen PCs im Studentischen Arbeitsraum genie\u00dft meine kurze Fingerfertigkeit. W\u00e4hrenddessen philosophiere ich \u00fcber Taktiken im Tetris mit Physikern, die dieses wohl faszinierend anzuschauende Spiel mit verfolgen.<\/p>\n<p><em>12.55 Uhr: <\/em>Nachdem der Zufallsgenerator zu schlecht und die Spielgeschwindigkeit zu hoch wurde, setze ich mich an einen Fensterplatz und versuche das neue Thermodynamikblatt mit Hilfe des Skripts zur Vorlesung und ein paar Quellen im Internet zu l\u00f6sen. \u00dcberall um mich herum sitzen dabei Physiker, mit denen ich befreundet bin oder mich mindestens relativ gut verstehe. Sollte einmal eine Frage auftauchen deren L\u00f6sung ich nicht finde kann ich mir so sicher sein bei ihnen eine Antwort zu bekommen.<\/p>\n<p><em>17.00 Uhr: <\/em>Erstaunt merke ich, wie viel Zeit schon vergangen ist. Da meine Zuckerspeicher aufgebraucht sind, mache ich hier eine Pause und kaufe an einem Essensautomat f\u00fcr weniger als einen Euro einen Schokomuffin. Als ich wieder an meinen Arbeitsplatz zur\u00fcckkehre, ist gl\u00fccklicherweise eine knuddel freudige Physikerfreundin vorbei gekommen, die meine latent vorhandene Nackenverspannungen durch eine g\u00f6ttliche Massage l\u00f6st.<\/p>\n<p><em>17.15 Uhr: <\/em>Alles was ich mir heute erarbeitet habe wiederhole ich noch einmal kurz, damit es auch sitzt.<\/p>\n<p><em>18.00 Uhr: <\/em>Der Studentische Arbeitsraum lichtet sich. Angesteckt von der Ruhe verlasse ich meinen Arbeitsplatz und chille mich mit ein paar Freunden auf das Sofa.<\/p>\n<p><em>18.30 Uhr: <\/em>Langsam wird es Zeit f\u00fcr ein richtiges Abendessen. Ich begebe mich zum Auto und d\u00fcse heimw\u00e4rts.<\/p>\n<p><em>19.00 Uhr: <\/em>Daheim angekommen esse ich zu Abend und spiele ausgiebig mein Instrument.<\/p>\n<p><em>20.00 Uhr: <\/em>Ich setze mich an mein Laptop und tippe zur \u00dcbung und Wiederholung das Matheskript ab.<\/p>\n<p><em>20.30 Uhr: <\/em>Ein Physikerfreund fragt, ob ich Lust hab am Abend noch etwas zu machen. Ich antworte daraufhin, dass ich das Matheskript noch schnell fertig abtippe und anschlie\u00dfend gern etwas machen w\u00fcrde. Da keine Klausuren anstehen und \u00dcberstunden deswegen unn\u00f6tig erscheinen, ist das auch locker drin.<\/p>\n<p><em>21.32 Uhr: <\/em>Ich bin erstaunt, dass meine Freunde heute lediglich 2min zu sp\u00e4t erscheinen. Nachdem wir plaudernd in die Bar gegangen sind, spielen wir exzessiv Tischkicker.<\/p>\n<p><em>23.00 Uhr: <\/em>Armschmerzen und zu neige gehendes Kleingeld zwingen uns dazu f\u00fcr diesen Abend erst einmal genug zu haben. Nach kurzer Verabschiedung entscheiden wir uns dazu noch f\u00fcr EIN EINZIGES Spielchen an einem komischen Puck-auf-Luftkissen Ger\u00e4t (Air-Fu\u00dfball?) 50 Cent zu opfern. Nachdem wir alle m\u00f6glichen Kombinationen durchgespielt haben, verabschieden wir uns.<\/p>\n<p><em>24.00 Uhr: <\/em>Nachdem der Wecker auf 7.15 Uhr gestellt ist schlafe ich gl\u00fccklich ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist f\u00fcr euch bestimmt schwierig sich vorzustellen, wie ein Tag an der Uni als Physikstudent ablaufen k\u00f6nnte. 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